Freitag, 2. Mai 2008

Wehleidigkeit & Wahrnehmung

www.GeschlechterStudien.de

- Tatsache oder Meinungstrend? -

Wehleidigkeit & Wahrnehmung

"Männer sind nicht wehleidiger - sie fallen nur stärker auf, weil wir bei klagenden Frauen toleranter sind."

Dieses Kapitel behandelt die Frage, wie das Vorurteil vom wehleidigen Mann unsere Wahrnehmung dahingehend beeinflussen kann, dass wir letztendlich glauben, dieses Vorurteil beruhe auf unserer eigenen Erfahrung.

Ist unsere Wahrnehmung immer objektiv?

Nein, unsere Wahrnehmung wird immer durch unsere Meinung beeinflusst, die wir über eine bestimmte Sache gelernt haben. So zeigt beispielsweise ein Experiment (weiter unten im Text), dass rassistisch geprägte Menschen durch ihre erlernte Meinung Menschen mit anderer Hautfarbe sehr schnell kriminelles Verhalten andichten, auch in Situationen, in denen sich der Mensch anderer Hautfarbe gar nicht kriminell verhält.

Das ist eine Art Placeboeffekt. Wir nehmen die Dinge deutlich zugunsten unserer Erwartungshaltung wahr. Da wir dazu neigen unbewusst für unsere Vorurteile Bestätigung zu suchen, fallen uns Situationen, in denen Männer wehleidig sind, besonders auf und bleiben besser im Gedächtnis haften. Dadurch glauben wir, unser Vorurteil beruhe auf Erfahrung. Tatsächlich ist es genau umgekehrt.

Das hat nichts mit Dummheit zu tun, sondern betrifft alle Menschen, egal wie intelligent und gebildet sie sind.

Nehmen wir Männer grundsätzlich als besonders wehleidig wahr?

Nein, erst seit der Feminismus uns beigebracht hat, Männer seien schmerzempfindlicher und wehleidiger als Frauen, glauben viele Menschen an dieses Vorurteil. Diese Menschen nehmen Männer dann als wehleidiger wahr.

Vor dem Zeitalter des Feminismus haben die Menschen beobachtet, dass sich Frauen grundsätzlich wehleidiger verhalten. Auch in Ländern, in denen der Feminismus nicht dieses Vorurteil gestreut hat, gelten Frauen als wehleidiger.

Daher gilt Wehleidigkeit auch heute noch als unmännlich und wird bei Männern nicht so toleriert wie bei Frauen. Für Jungen und Männer gilt der althergebrachte Spruch: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“

„Einmal erzählte mir eine Russin von einer Bekannten, die die Schmerzen einer Tätowierung nicht ausgehalten hat. Als ich sagte, ich fände Tätowieren nicht so schmerzhaft, antwortete sie: ‚Aber das ist eine Frau!’. Für sie war es ganz selbstverständlich, dass Frauen weniger Schmerzen aushalten und daher auch wehleidiger sein dürfen.“

Selbstverständlich gab und gibt es auch Ausnahmen und somit immer solche und solche Meinungen, da schließlich nicht alle Männer gleich schmerzbelastbar und nicht alle Frauen gleich schmerzempfindlich sind.

Gibt es objektive Untersuchungen zu Wahrnehmung und Wirklichkeit?

Wenn Menschen Schmerzreizen ausgesetzt sind, beispielsweise beim Tätowierer, beim Zahnarzt oder durch Krankheit so haben Menschen, die das Vorurteil vom wehleidigen Mann gelernt haben, das Gefühl, Männer verhielten sich wehleidiger als Frauen.

Beobachten wir die gleiche Situation, indem wir mit wissenschaftlichen Methoden einen direkten Vergleich zwischen Männern und Frauen anstellen, stellen wir fest, dass es genau umgekehrt ist: Tatsächlich verhalten sich Frauen wehleidiger als Männer. Die moderne Schmerzforschung bestätigt in ihren Experimenten die althergebrachten Beobachtungen. (siehe Kap. Schmerzforschung).

Wie kommt es, dass sich das Vorurteil vom wehleidigen Mann verbreiten konnte?

Im Zeitalter des Feminismus hat die Frauenbewegung mit Erfolg und einiger Übertreibung daran gearbeitet, die Frau als das eigentlich starke Geschlecht darzustellen. Es wurde das (nachweislich falsche) Vorurteil in die Welt gesetzt, Männer könnten nie den Geburtsschmerz überstehen. Daraus wird abgeleitet, Männer seien schmerzempfindlicher und wehleidiger.

Es wurden (und werden) sogar Gerüchte in die Welt gesetzt, diverse Experimente würden beweisen, dass kein Mann den Schmerz einer Geburt überstehen könnte (heute wissen wir, dass es diese Experimente nie gegeben hat).

Solche Sensationsmeldungen finden durch die Medien schnell Verbreitung. Jeder, der im Zeitalter der Emanzipation als emanzipiert gelten will, beruft sich darauf, diese „Erkenntnisse“ schon immer gewusst zu haben.

Mädchen lernen auch heute noch in Zeitschriften, Büchern, Selbstverteidigungskursen, etc., dass sie eigentlich das starke Geschlecht sind, da sie u. a. schmerzbelastbarer seien Jungen. Alle möglichen Medien bringen regelmäßig das Vorurteil vom wehleidigen Mann unters Volk, denn schließlich stehen hinter diesen Meinungen auch nur Menschen, die dieses Vorurteil bereits gelernt haben. Außerdem wird man schnell in die unattraktive Macho-Schublade gesteckt, wenn man die traditionelle Sichtweise vertritt.

Vorurteile verbreiten sich schnell. Obwohl schon lange das Gegenteil bewiesen ist, hält sich der Glaube vom schmerzempfindlichen Mann ebenso hartnäckig, wie der falsche Glaube, Spinat enthalte besonders viel Eisen, oder Lemminge stürzen sich regelmäßig massenweise ins Meer.

Im Grunde lässt sich eine solche Fehlwahrnehmung nur korrigieren, indem man ganz genau hinschaut und sich objektiver Meßmethoden bedient (siehe auch das Beispiel Dieter Nuhr im Kapitel Krankheit).

„Klar nimmst du Männer als wehleidiger wahr. Vielleicht sind viele Männer wehleidig und fallen besonders auf, weil das unmännlich ist. Viele Frauen sind tatsächlich noch viel schlimmer. Das wird aber eher toleriert und fällt so durch die Maschen der Wahrnehmung.

Im Gedächtnis bleiben die Männer hängen, was durch einen entsprechenden Meinungstrend gefördert wird.“

Studie:

Frauen finden die Mehrzahl der Männer nur wehleidig, weil sie die Vorurteile im Kopf haben, die uns ständig durch die Medien präsentiert werden.

Bei einer ehrlichen Einschätzung, die sich an der Realität orientiert, stellen Frauen fest, dass dieses Vorurteil nur auf eine Minderheit der Männer zutrifft.

Das bedeutet nicht, dass sich Frauen mehr von Vorurteilen beeinflussen lassen als Männer. Männern geht es nämlich genau so.

In einer Allenbach-Umfrage, die im Auftrag der Zeitschrift „Geo-Wissen“ an über 2000 Männern und Frauen durchgeführt wurde, spiegelte die Meinung der befragten Personen zunächst genau das, was uns heutzutage durch meinungsmachende Medien und Vorurteile suggeriert wird:

Die Mehrheit der Frauen stufte zwei Drittel der Männer als wehleidig (und unter anderem 41% der Männer als untreu) ein.

Wurden die Frauen anschließend nach ihren tatsächlichen Erfahrungen aus ihrem eigenen Umfeld (Familie, Nachbarschaft, Kollegenkreis, etc.) gefragt, so kamen die Männer wesentlich besser davon. Plötzlich stuften die Frauen nur noch ein Drittel der Männer als wehleidig (und 14% als untreu) ein.

Aber nicht nur Frauen passen ihre Meinung allgemein propagierten Werten an. Bei den Männern verhielt es sich ähnlich. So beschrieben Männer die Frauen im Allgemeinen zu 76% als zärtlich, und zwei Drittel der Frauen als eitel. Nach den Erfahrungen mit den ihnen tatsächlich bekannten Frauen befragt, stuften die Männer diese dann nur noch zu 40% als zärtlich und zu einem Drittel als Eitel ein. (1)

Auswertung:

Sowohl Männer als auch Frauen werden unrealistischt beurteilt, da sich unsere Wertung und Wahrnehmung an gängigen Vorurteilen und Meinungstrends orientiert. Zum Thema wehleidige Männer ist zu sagen:

Unsere Meinung passt sich stark den gängigen Vorurteilen an. Das Ergebnis: 2/3 der Männer (die Mehrheit) werden spontan als wehleidig eingestuft.

Bei kritischer Betrachtung bleiben nur noch 1/3 wehleidige Männer (eine Minderheit) übrig – vorher waren es doppelt so viele!

Durch Vorurteile wird nicht nur unsere Wertung, sondern auch unsere Wahrnehmung nachweislich stark beeinflusst. Daher wird auch das eine Drittel der letztendlich wehleidigen Männer als wehleidiger wahrgenommen als es eigentlich ist. Ziehen wir jetzt noch die Männer ab, die lediglich aufgrund dieser Wahrnehmungsfehler als wehleidig wahrgenommen wurden, so bleibt nur noch eine geringe Anzahl tatsächlich wehleidiger Männer übrig – also jene, die die absolute Ausnahme darstellen.

Wahrnehmungsfehler

Wahrnehmungsfehler stellen ein umfangreiches Gebiet in der Psychologie dar. Neben leichten Abfälschungen können wir die Geschehnisse in unserem Alltag teilweise sogar gegenteilig zur Realität wahrnehmen. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, warum Männer oftmals als wehleidiger wahrgenommen werden, als sie eigentlich sind.

Beeinflussende Faktoren

Kennen Sie den Spruch: „Stell dich nicht so an, wie ein Kerl!“? Sicher nicht – denn im Grunde wissen wir, dass Anstellerei ein absolut unmännlicher Charakterzug ist. Sprüche wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“, die sich in der Regel auf das männliche Geschlecht beziehen, kommen aus Zeiten, als man es aufgrund von Erfahrung akzeptiert hat, dass Männer weniger wehleidig sind als Frauen. Heute gibt es populäre Meinungstrends, die eine solche Einsicht als frauenfeindliche Einstellung entwerten. Interessanterweise gilt eine gegenteilige Einstellung jedoch nicht als männerfeindlich.

Doch nicht nur in der Vergangenheit, auch in allen gegenwärtigen Kulturen, die keine Wende zur Männerfeindlichkeit erlebt haben, ist es heute noch selbstverständlich, das Männer als das weniger wehleidige Geschlecht gelten. Das hat nichts mit Frauenfeindlichkeit zu tun, sondern basiert auf einer natürlichen Wahrnehmung der Geschlechter, die nicht durch feministisch motivierte Vorurteile beeinflusst ist.

Lediglich in der westlichen Welt, in der das Bestreben nach allgemeiner Gleichberechtigung dazu geführt hat, dass sich auch die Gleichberechtigung der Frau durchsetzen konnte, ist es ausgesprochen populär, die Position des Mannes in Frage zu stellen. Daher wird die Tatsache, dass Männer besonders hart im Nehmen sind gerne als jahrhundertealtes Vorurteil abgetan.

Daran sieht man, dass es sich bei unseren männerfeindlichen Vorurteilen nicht um objektive Beobachtungen handelt, sondern lediglich um Meinungstrends, die vollkommen frei erfunden wurden. Wären Männer nämlich von Natur aus wehleidig, dann wäre ein solcher Charakterzug schon sowohl in der Vergangenheit unserer Kultur, als auch heute in allen anderen Kulturen zum Sprichwort geworden.

Stattdessen ist das genaue Gegenteil der Fall, und selbst in unserer sehr männerkritischen Kultur kommt uns männliche Wehleidigkeit befremdlich vor. Wir leben diesbezüglich in einer Art Zwiespalt (wird in der Psychologie als „Ambivalenz“ bezeichnet) – einerseits behaupten wir, Männer seien das wehleidige Geschlecht, anderseits kommt uns männliche Wehleidigkeit unnatürlich und unpassend vor.

Bemerkungen wie: „Das ist doch kein richtiger Mann!“ gefolgt von: „Ja, ja, die Männer …“ sind in diesem Fall keine Seltenheit.

Dass Männer das wehleidige Geschlecht sind haben wir in unserer westlichen Kultur nämlich lediglich durch populäre Meinungstrends erlernt. Da solch erlernte Meinungstrends auch unsere Wahrnehmung beeinflussen, nehmen wir Männer oftmals tatsächlich als wehleidiger wahr, als sie eigentlich sind.

Anderseits ist uns dennoch unterschwellig bewusst, dass Männlichkeit und Wehleidigkeit von Natur aus nicht zusammenpassen. Eben weil uns das aus diesem Grund komisch vorkommt, neigen wir dazu, uns über männliche Wehleidigkeit lustig zu machen. Das tun wir bei Frauen und Kindern nicht, da wir unterschwellig wissen, dass Wehleidigkeit bei Frauen und Kindern natürlicher ist, als bei Männern.

Fazit:

Männer werden oft als wehleidig bezeichnet, weil es einerseits dem populären Meinungstrend entspricht, und anderseits, weil es so unnatürlich weil unmännllich ist, dass es besonders auffällt.

Dinge die auffallen werden intensiver wahrgenommen, bleiben daher nachhaltiger im Gedächtnis haften und werden so als „häufig“ eingestuft.


Wie kommt es, dass unsere Wahrnehmung oftmals nicht mit den Tatsachen übereinstimmt?

Unter Wehleidigkeit versteht man, in welchem Maß ein Mensch sein Schmerzempfinden äußert. Zur Erinnerung die Ergebnisse aus der Schmerzforschung (siehe Kap. Schmerztoleranz):

  1. Frauen klagen beim selben Schmerzreiz schneller darüber Schmerzen zu haben.
  2. Frauen beklagen bei demselben Schmerzreiz eine höhere Schmerzintensität als Männer.
  3. Frauen beklagen denselben Schmerzreiz schneller als nicht mehr ertragbar.
  4. Frauen geben schneller auf bei Tätigkeiten, die mit Schmerzen verbunden sind.

Neben Messungen bestimmter schmerzrelevanter Hirnströme wird in der Schmerzforschung die Schmerzempfindlichkeit vor allem anhand von Schmerzäußerungen gemessen. Die fallen bei Frauen stärker aus: Frauen klagen beim selben Schmerzreiz schneller und mehr über Schmerzen.

Beim objektiven Vergleich stellt man also fest: Frauen verhalten sich wehleidiger als Männer.

Warum nehmen wir Männer als wehleidiger wahr als sie tatsächlich sind?

Die moderne Psychologie hat längst bewiesen, dass wir die Dinge sehr häufig anders wahrnehmen als sie in Wirklichkeit sind, denn unsere Wahrnehmung arbeitet sehr subjektiv. Das heißt, unsere Wahrnehmung wird durch alle möglichen Dinge beeinflusst, z. B. durch vorgefertigte Meinungen. (2)

Zwei Beispiele:

In einem psychologischen Test hat man beispielsweise folgendes herausgefunden:

Auf einer Zeichnung ist ein Schwarzer zu sehen, der in einem Bus steht. Er hält eine Fahrkarte in der Hand und spricht eine sitzende ältere Dame weißer Hautfarbe an.

Menschen ohne rassistischen Hintergrund sehen auf dem Bild genau oben genannte Szene: einen Schwarzen mit einer Fahrkarte. Menschen mit rassistischem Hintergrund sehen jedoch einen Schwarzen, der eine weiße Frau mit einem Messer bedroht!

Ein weiterer psychologischer Test:

Eine Gruppe von Probanden sollte zwei Getränke geschmacklich bewerten, nämlich Pepsi-Cola und Coca-Cola.

Im ersten Durchlauf wusste kein Teilnehmer, welches Getränk in welchem Becher ist. Ergebnis: Die meisten gaben an, dass ihnen ein Getränk besser schmeckt, ohne zu wissen, dass sie sich für die Pepsi-Cola entschieden hatten.

Im zweiten Durchlauf wiederholten dieselben Teilnehmer den Geschmackstest noch einmal. Diesmal wussten sie in welchem Becher sich Pepsi-Cola und in welchem sich Coca-Cola befand. Ergebnis: Plötzlich schmeckte der Mehrheit die Coca-Cola besser.

Anscheinend konnten sich die Probanden eher mit dem Coca-Cola Image identifizieren. Die vorgefertigte Meinung hatte die Wahrnehmung drastisch beeinflusst.

Neben der Tatsache, dass populäre Meinungstrends unsere Meinung dahingehend beeinflussen, dass viele Menschen Männer als besonders wehleidig ansehen, gibt es auch Wahrnehmungsfehler, die unsere Wahrnehmung beeinflussen:

1. Der Kontrast-Effekt

Ein typisches Vorurteil:

„Gerade die kräftigen Männer (und Frauen) sind besonders wehleidig und fallen schneller in Ohnmacht.“

Wer kennt es nicht, das Vorurteil vom athletischen Weichei.

In einem betont männerfeindlichen Artikel über männliche Wehleidigkeit kommt beispielsweise ein Arzt zu Wort, der nicht nur behauptet, Männer seien besonders wehleidig, sondern er behauptet auch, er habe in seiner Praxis festgestellt: „Je kräftiger die Statur eines Mannes, desto wehleidiger verhält er sich.“

Dasselbe Gerücht grassiert interessanterweise auch über Frauen mit einer kräftigen Statur.

So etwas ist natürlich Unsinn! Tatsächlich sind kräftige und große Menschen nicht in besonderem Maße wehleidig. Das Vorurteil vom wehleidigen Athleten stammt daher, weil kräftige Menschen, wenn sie einmal Schmerzen äußern, damit besonders auffallen, weil es uns als unnatürlich erscheint. Daher der Spruch: „Ein Kerl wie ein Baum und stellt sich so an!“ Das, was besonders auffällt, bleibt auch nachhaltiger im Gedächtnis haften.

Gleichzeitig fallen zierliche Menschen nicht so sehr auf, wenn sie Schmerzen äußern. Sie genießen in unserer Bewertung mehr Toleranz und bleiben bei Schmerzäußerungen nicht so nachhaltig im Gedächtnis haften.

Werden wir gefragt, welche Menschen uns als besonders wehleidig auffallen, antworten viele Menschen natürlich wahrheitsgemäß: „Kräftige Männer (bzw. Frauen) stellen sich oftmals mehr an.“, weil sie uns tatsächlich besonders auffallen.

Auch hier haben wir es mit der aus der Psychologie bekannten Ambivalenz (Zwiespalt) zu tun: Unterschwellig gehen wir davon aus, das kräftige Menschen eigentlich weniger wehleidig sein sollten.

Nach dem gleichen Prinzip nehmen wir auch wehleidiges Verhalten bei einem Vergleich von Mann und Frau wahr. Auch hier wird unsere Wahrnehmung durch Wahrnehmungsfehler beeinflusst.

Fazit:

1. Die Schmerzäußerung eines Mannes werden als wehleidiger bewertet, als sie eigentlich sind, da Männlichkeit und Schmerzäußerung nicht zusammenpassen.

2. Diese Überbewertung der Wehleidigkeit wird besonders nachhaltig im Gedächtnis gespeichert.

3. Männliche Wehleidigkeit wird verallgemeinert – es entsteht ein Vorurteil: Wir glauben, Männer seien besonders wehleidig, obwohl wir unbewusst noch immer der Überzeugung sind, dass Männlichkeit und Wehleidigkeit nicht zusammenpassen. Einen solchen Zwiespalt nennt man in der Psychologie „Ambivalenz“.

Beispiel:

Doktor Schmerz hat in seiner Praxis einen Durchlauf von 1000 männlichen Patienten. Lediglich 90 Männer geben sich sehr wehleidig. Doktor Schmerz bleibt diese „unmännliche Anstellerei“ besonders nachhaltig im Gedächtnis haften. Immer wenn er gefragt wird, welches Geschlecht besonders wehleidig ist, fallen ihm sofort die 90 sehr wehleidigen Männer ein. Es ist nur natürlich, dass er pauschalisiert: Männer sind wehleidig.

2. Der Vergleichs-Effekt

"Ich kenne Frauen die unheimlich schmerzresistent sind und Männer die sich schon wegen Kleinigkeiten ziemlich anstellen. Daher glaube ich, dass Männer wehleidiger sind als Frauen."


Die Versuchsergebnisse aus der Schmerzforschung sind Durchschnittswerte. Das bedeutet, dass es durchaus Frauen gibt, die eine vergleichsweise hohe Schmerztoleranz besitzen, ebenso wie es Männer gibt, bei denen die Schmerztoleranz im Verhältnis zur Norm niedrig ausfällt. Das sind die so genannten Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Diese Ausnahmen stellen einen Kontrast zu unserer unbewussten Erwartungshaltung dar und werden so im Gedächtnis nachhaltiger gespeichert. Ebenso wie uns die Ausnahme „wehleidiger Mann“ besonders stark im Gedächtnis haften bleibt, erinnern wir uns auch intensiver an die Ausnahme „schmerztolerante Frau“.

Beispiel:

Sehen wir eine zierliche Frau, die jammert, weil sie gestürzt ist, stuft unser Gedächtnis das als „passend“ ein und läuft auf Autopilot weiter. Einem kräftigen Kerl steht das nicht zu. Er bleibt als „Weichei“ nachhaltig im Gedächtnis haften.

Umgekehrt verhält es sich genauso:

Eine zierliche Frau, die nicht jammert, wenn sie sich verletzt stuft unser Gedächtnis als bemerkenswert ein. Die „starke Frau“ bleibt nachhaltig im Gedächtnis haften. Bei einem kräftigen Kerl erscheint es uns dagegen als selbstverständlich, wenn er eine Verletzung ohne zu klagen wegsteckt, da wir auch trotz einer gegenteiligen, erlernten Meinung unbewusst wissen, dass ein maskulines Erscheinungsbild und Wehklagen nicht zusammenpassen.

Stellen wir nun aus dem Gedächtnis einen Vergleich zwischen Männern und Frauen her, erinnern wir uns besonders an die Ausnahmen: „wehleidige Männer“ und „schmerztolerante Frauen“.

Beispiel:

Doktor Schmerz hat unter seinen 1000 männlichen und seinen 1000 weiblichen Patienten 90 Männer, die sehr wehleidig sind und 90 Frauen, die sehr schmerztolerant sind. Ebenso wie Doktor Schmerz die „unmännliche Anstellerei“ der 90 Männer besonders auffällt, so imponiert ihm auch die Schmerztoleranz der 90 Frauen. Beides bleibt ihm besonders nachhaltig im Gedächtnis haften. Auf Befragung erinnert er sich vorzugsweise an diese beiden Patientengruppen, die ihm besonders aufgefallen sind. Automatisch stellt er einen Vergleich her und pauschalisiert: Während Männer bei jedem Pieks fast sterben, halten Frauen die schlimmsten Torturen durch ohne mit der Wimper zu zucken.

Wir erinnern uns besonders an das, was uns auffällt und stufen es unbewusst als „häufig“ ein.

Für diese Wahrnehmungsfalle sind natürlich nicht nur Ärzte empfänglich. So trifft man auch immer wieder auf Krankenschwestern, Zahnarzthelferinnen, Physiotherapeuten, Tätowierer, Piercer und sonstige Menschen, die unbewusst die schmerztoleranten Minderheiten unter den Frauen und die schmerzempfindlichen Minderheiten unter den Männern miteinander vergleichen, da sie diese besonders nachhaltig im Gedächtnis gespeichert haben.

Erst wenn in der Schmerzforschung die Schmerzreaktionen im direkten Vergleich anhand von objektiven Kriterien gemessen werden, kommt man zu einem objektiven Ergebnis, nämlich, dass sich im Schnitt tatsächlich die Frauen wehleidiger verhalten als die Männer.

Wichtig:

Genau so, wie es Menschen gibt, die sich nicht besonders durch Werbung beeinflussen lassen, gibt es auch Menschen, die sich nicht besonders von populären Meinungstrends beeinflussen lassen. Daher gelten Männer nicht grundsätzlich bei allen Menschen als besonders wehleidig.

Anscheinend braucht es für das Vorurteil männlicher Wehleidigkeit nicht nur oben beschriebene Wahrnehmungsfehler, sondern in der Regel auch einen Meinungstrend, der diese Wahrnehmungsfehler verstärkt.

Daher ist das Vorurteil vom wehleidigen Mann in der Regel nur in Zeiten und Ländern anzutreffen die durch feministische Meinungstrends geprägt sind.

Männer werden anders beurteilt als Frauen!

Zum Schluss noch ein Beispiel, das deutlich macht, dass Männer bei gleichem Verhalten schneller als „Weichei“ abgestempelt werden als Frauen:

Der James Bond Darsteller Daniel Craig, der die Rolle des Geheimagenten 007 in der 21. James Bond Verfilmung „Casino Royale“ spielte, wurde von der Presse zunächst als Weichei verspottet. Die Presse begründete ihre „Weichei-Diagnose“ unter anderem damit, dass der Schauspieler sich bei der Überfahrt auf einem Schnellboot an einem dafür vorgesehenen Griff festgehalten und eine Schwimmweste getragen hatte. Das dazugehörige Foto ging als Softie-Beweis um den Globus.

Anmerkung: Das Tragen einer Schwimmweste ist auf solchen Booten Pflicht, und wer einmal auf einem solchen Boot mitgefahren ist, weiß, wie schnell ein unachtsamer Beifahrer über Bord geschleudert werden kann.

Stellen wir uns eine Action-Schauspielerin vor. Würde eine Frau ebenfalls als Weichei verspottet werden, weil sie sich im Schnellboot vorschriftsmäßig an einem Griff festhält und eine Schwimmweste trägt? Wohl kaum. Bei einer Frau würde unsere Wahrnehmung ins genaue Gegenteil schlagen. Solche Frauen werden in der Regel erfahrungsgemäß als "mutige Powerfrau" gelobt.

Wichtig:

Dieses Kapitel soll niemandem unterstellen in seiner Wahrnehmung inkompetent zu sein. Es wird auch nicht behauptet, dass Männer oder Frauen in böswilliger Absicht unterschiedlich wahrgenommen werden. Wahrnehmung geschieht meist unbewusst. Es ist vollkommen normal, dass wir die Dinge oft anders wahrnehmen, als sie in Wirklichkeit sind, dass wir die Dinge so sehen, wie wir gelernt haben sie zu sehen bzw. wie wir sie sehen wollen.

Quellenhinweise:

(1) Umfrage zur Wahrnehmung von Männern und Frauen:

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/10286/index.html

http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/617.html?p=2&q=wehleidig

(2) Wahrnehmungsfehler:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrnehmungsfehler

http://www.rhetorik.ch/Wahrnehmen/Wahrnehmen.html


Geschlechterstudien, Gender Studies

Donnerstag, 22. November 2007

GeschlechterStudien

www.GeschlechterStudien.de

- Tatsache oder Meinungstrend? -

Es gibt etliche Vorurteile gegenüber Frauen, die nicht gerechtfertigt sind. Beispiel: „Frauen können nicht Auto fahren“. Natürlich können Frauen ganz offensichtlich Auto fahren. Sie bauen zwar mehr Verkehrsunfälle (siehe Kap. „Multitasking“), aber dass sie überhaupt nicht fahren können ist eine Verleumdung.

Es ist eine ganz natürliche und menschliche Reaktion, dass im Zeitalter des Feminismus mit einer Reihe an männerfeindlichen Vorurteilen gekontert wurde. Ebenso menschlich ist es, dass männerfeindliche Vorurteile im Zeitalter der Gleichberechtigung immer wieder gerne verbreitet und vehement verteidigt werden, selbst wenn sie offensichtlich nicht den Tatsachen entsprechen.

Nein, liebe Männer, es liegt nicht an den „bösen Frauen“. Stammtischparolen über die „Schlechtigkeit“ der Frau sind genau so vorurteilslastig und daneben wie die Vorurteile, die über Männer in Umlauf gebracht werden.

Tatsache oder Meinungstrend?

Sind Männer tatsächlich schmerzempfindlicher als Frauen?

Verhalten sich Männer tatsächlich wehleidiger als Frauen?

Würden Männer tatsächlich unter dem Schmerz einer Geburt dekompensieren?

Ist die männliche Lebenserwartung tatsächlich geringer, weil Männer weniger belastbar sind?

Besitzen Männer tatsächlich weniger Intuition als Frauen?

Ist das Y-Chromosom tatsächlich nur ein verkümmertes X-Chromosom?

Sind Frauen tatsächlich multitaskingbegabter als Männer?

Ist das weibliche Gehirn tatsächlich besser vernetzt als das männliche?

...?

Männerfeindliche Vorurteile

Diese, und viele weitere populäre Vorurteile begegnen uns Tag für Tag in den Medien. Auffallend ist, dass es immer wieder die männerfeindlichen Thesen sind, die in den Medien frenetisch gefeiert und in den Vordergrund gestellt werden. Interessanterweise handelt es sich hierbei in der Regel um absolut frei erfundene Vorurteile, die vollkommen ungeprüft unters Volk gebracht werden.

Hier zwei eindrucksvolle Beispiele:

Die Zeitschrift „Der Spiegel“ propagiert in ihrer Titelstory(!) (Ausgabe 38) etliche männerfeindliche Thesen. Allein der Titel „Eine Krankheit namens Mann“, hätte in unserer emanzipierten Kultur einen Sturm der Entrüstung losgelöst, hätte der Spiegel etwas ähnliches über Frauen veröffentlicht.

Zitate aus der Spiegel-Story: „Das Y-Chromosom ist ein Krüppel“ / „... dass das vermeintlich starke Geschlecht in Wirklichkeit ein Mangelwesen ist“ / „dass sie (die Männer) mit einem eingebauten Defekt zur Welt kommen“ / „Parasiten des Weibchens“ / „Männer dagegen erscheinen wie genetisch verkorkste Frauen“ / „Anstelle des zweiten X-Chromosoms besitzen sie nur ein einsames, verkürztes Y-Chromosom. Und dieser Mickerling hat die Fähigkeit verloren, sich zu regenerieren.“ – (Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Im Gegensatz zum X-Chromosom besitzt in Wirklichkeit nur das Y-Chromosom die Fähigkeit sich zu regenerieren!) / „Eine andere, weit erschreckendere Möglichkeit wäre, dass es am Ende ohne Männer doch nicht geht ...“ / „... dass der Mann ... gesehen wird ... als eher schwächliches Geschöpf ...“ / „Männer sind kostspielig und ineffektiv – aber einmal entstanden, wird man sie nicht wieder los“ / etc.

Wie weit die modeorientierten Medien bereit sind, den Mann auf Biegen und Brechen als das schwache Geschlecht darzustellen, zeigt uns die Zeitschrift Psychologie Heute:

In der Ausgabe März 2008 findet sich ein wirklich lesenswerter Artikel über kulturelle Unterschiede der Geschlechter. Der Artikel ist sehr sachlich gehalten und versucht in keiner Weise Männer oder Frauen als gut oder schlecht, stark oder schwach zu bewerten.

Psychologie Heute bewirbt diesen Artikel auf der Titelseite mit den Worten: „Männer – Neue Erkenntnisse über ein schwaches Geschlecht“. Dieser Titel passt nicht im Geringsten zum Inhalt des Artikels.


Als ich den Autor (Roy F. Baumeister, Professor für Psychologie und Chef der sozialpsychologischen Abteilung der Florida State University in Tallahassee) darauf aufmerksam machte, unter welchem Titel sein Beitrag veröffentlicht wurde, wirkte er in seiner Antwort-Mail erschüttert (er hatte die Veröffentlichung bis dahin noch nicht gesehen). Dieser Titel sei schlimm und falsch und es sei nie seine Absicht gewesen, eine solche Aussage zu treffen.

So viel zur Glaubwürdigkeit der Medien ...

Diese und viele weitere männerfeindliche Thesen und Vorurteile tauchen immer wieder in den Medien auf und werden, obwohl sie aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar sind, mit spöttischem Unterton, als neuste Erkenntnisse gefeiert.

Studie: männerfeindliche Medien

Eine Studie des österreichischen Sozialministeriums zeigt auf 350 Seiten, dass "Männer in den Medien" fast durchweg derart diskriminiert werden, dass man es als sexistisch empfinden würde, wenn Frauen so dargestellt würden.

Es wird außerdem gesagt, dass die meisten der Frauen es nicht gut finden, dass Männer in vielen Serien und in der Werbung als Volltrottel hingestellt werden. (1)

Frauenfeindliche Vorurteile

Selbstverständlich gibt es auch frauenfeindliche Vorurteile. Diese werden in den Medien zwar auch gelegentlich erwähnt, jedoch in der Regel direkt in Frage gestellt und nicht so beifallheischend in den Vordergrund gestellt. Die oben genannten Beispiele zeigen deutlich, dass männerfeindliche Vorurteile mit viel Engagement unters Volk gebracht werden. Dass dieses Vorgehen in Bezug auf frauenfeindliche Vorurteile nicht so enthusiastisch ist, ist auch gut und wünschenswert. Ebenso wünschenswert wäre es jedoch auch, wenn man aufhören würde, die Menschen mit unsachlichen und vollkommen frei erfundenen Vorurteilen gegen Männer zu bombardieren. Zugegeben: Es würde der Presse dann natürlich auch an etlichen Sensationsmeldungen mangeln!

Meinungsmachende Medien

Dass Medien die Meinung der Masse prägen ist kein Geheimnis. So spiegeln sich die falschen Vorurteile, die in den Medien propagiert werden auch in der Meinung des Volkes wieder. Beispielsweise hat eine Umfrage ergeben, dass Frauen spontan angeben, sie halten zwei Drittel der Männer, also die Mehrheit, für besonders wehleidig. Das entspricht genau dem Klischee, das in den Medien verbreitet wird. Im zweiten Teil der Umfrage sollten die Frauen ihre Aussage anhand ihrer tatsächlichen Erfahrung überprüfen. Plötzlich galten nicht mehr zwei Drittel, sondern nur noch ein Drittel der Männer als besonders wehleidig. Aus einer Mehrheit wehleidiger Männer war bei näherem Hinsehen eine Minderheit geworden.

Hierbei muss man berücksichtigen, dass eine voreingenommene Meinung auch die Wahrnehmung beeinflusst, denn wir sehen die Dinge tendenziell so, wie sie unseren erlernten Vorurteilen entsprechen. Bei unverfälschter, objektiver Wahrnehmung würde das eine Drittel angeblich wehleidiger Männer zu dem kleinen Prozentsatz zusammenschrumpfen, der tatsächlich den wenigen Männern entspricht, die sich besonders wehleidig verhalten.

Die Medien haben also die Macht, sowohl unsere Meinung, als auch unsere Wahrnehmung entscheidend zu beeinflussen! Letztendlich glauben wir dann, dass wir das, was wir an Vorurteilen lesen, auch tatsächlich so erleben bzw. wahrnehmen.

Warum herrschen in den Medien männerfeindliche Tendenzen?

Zwei Begriffe sind hier entscheidend:

1. Gleichberechtigung

2. Politische Korrektheit (auch: Political Correctness)

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung ist eine gute Sache. Sie betrifft nicht nur die Frauen, sondern auch Kinder, Behinderte, Immigranten, Tiere und so weiter. Gleichberechtigung will erreichen, dass auch die Schwächeren in unserem sozialen System die gleichen Grundrechte besitzen, wie die Stärkeren. Im Zuge der allgemeinen Gleichberechtigung hat sich natürlich auch die Gleichberechtigung der Frau durchsetzen können.

Politische Korrektheit

Politische Korrektheit ist eine Art moralische Instanz, die bewertet, ob eine bestimmte Sache den allgemeinen Wertvorstellungen entsprechend angemessen ist. Ein Beispiel aus Amerika: In Amerika gibt es keine Behinderten. Dort gibt es nur alternativ Begabte. Wer beispielsweise einen Rollstuhlfahrer als behindert bezeichnet, diskriminiert diesen, indem er ihm eine Schwäche unterstellt. Nach den Regeln der Politischen Korrektheit sind jedoch die Schwachen zu schützen und dürfen somit nicht als schwach bezeichnet werden.

Das gleiche Prinzip sehen wir auch im Dialog um die Geschlechter. Wenn jemand die Männer als das starke Geschlecht bezeichnet, dann behauptet er damit gleichzeitig, Frauen seien schwach. Im Zeitalter der Gleichberechtigung ist das politisch nicht korrekt. Ein Mann, der so etwas behauptet wird als Macho beschimpft. Belohnt wird jedoch, wenn man die Frau als das starke Geschlecht bezeichnet. Diese Behauptung ist nämlich politisch korrekt, weil sie den Schutz der Schwachen, nämlich der Frauen, fördert. Wer so etwas sagt, wird als fortschrittlich und weltoffen gelobt.

Politische Korrektheit in den Medien

Täglich erleben wir, wie die Politische Korrektheit unsere Politik, unsere Medien und auch unser gesellschaftliches Zusammenleben beeinflusst. Es ist tatsächlich so, dass der Journalist noch lange nicht seine Meinung frei in die Welt hinausposaunen darf. Jede Zeitung hat einen Ruf zu verlieren. Ein Journalist, der allzu oft gegen die Regeln der Politischen Korrektheit verstößt fliegt raus. Ein gutes Beispiel ist die ehemalige Nachrichtensprecherin Eva Herman, die leichtsinnigerweise behauptet hat, es habe in der Nazizeit auch positive Dinge gegeben.

So ist es heutzutage gefährlich, auch nur den Anschein zu erwecken, man verfolge frauenfeindliche Tendenzen. Hier ist äußerste Vorsicht geboten: Selbst die neutrale Wiedergabe vollkommen wertfreier Fakten kann als frauenfeindlich gewertet werden! Männerfeindlichkeit ist dagegen kein Problem, da sie nicht gegen die Regeln der Korrektheit verstößt.

Es ist also kein Wunder, dass es in unseren Medien durchaus männerfeindliche Tendenzen gibt.

In Kürze:

Durch die Gleichberechtigung unterliegt die Bewertung der Geschlechter den Regeln der Politischen Korrektheit.

Die Folge:

Es ist zwar verpönt, sich frauenkritisch zu äußern, dafür ist aber offene Männerfeindlichkeit zur Zeit sehr populär.

In den Medien tauchen regelmäßig vollkommen frei erfundene, männerfeindliche Vorurteile auf.

Diese Vorurteile beeinflussen nicht nur die Meinung, sondern auch die Wahrnehmung der Masse.

Wichtig!

Auch wenn in den Beiträgen auf dieser Seite mehrfach erwähnt wird, dass viele unsinnige Vorurteile gegen das männliche Geschlecht falsche und freie Erfindungen der Frauenbewegung sind, richtet sich diese Feststellung nicht gegen die Emanzipation der Frau. Es soll lediglich eine Ursache für bestimmte fehlgerichtete Meinungstrends benannt werde

Quellen:

(1) Männer werden in den Medien diskriminiert:

http://www.abendblatt.de/daten/2006/11/07/635179.html?s=1

Geschlechterstudien, Gender Studies