Donnerstag, 22. November 2007

GeschlechterStudien

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- Tatsache oder Meinungstrend? -

Es gibt etliche Vorurteile gegenüber Frauen, die nicht gerechtfertigt sind. Beispiel: „Frauen können nicht Auto fahren“. Natürlich können Frauen ganz offensichtlich Auto fahren. Sie bauen zwar mehr Verkehrsunfälle (siehe Kap. „Multitasking“), aber dass sie überhaupt nicht fahren können ist eine Verleumdung.

Es ist eine ganz natürliche und menschliche Reaktion, dass im Zeitalter des Feminismus mit einer Reihe an männerfeindlichen Vorurteilen gekontert wurde. Ebenso menschlich ist es, dass männerfeindliche Vorurteile im Zeitalter der Gleichberechtigung immer wieder gerne verbreitet und vehement verteidigt werden, selbst wenn sie offensichtlich nicht den Tatsachen entsprechen.

Nein, liebe Männer, es liegt nicht an den „bösen Frauen“. Stammtischparolen über die „Schlechtigkeit“ der Frau sind genau so vorurteilslastig und daneben wie die Vorurteile, die über Männer in Umlauf gebracht werden.

Tatsache oder Meinungstrend?

Sind Männer tatsächlich schmerzempfindlicher als Frauen?

Verhalten sich Männer tatsächlich wehleidiger als Frauen?

Würden Männer tatsächlich unter dem Schmerz einer Geburt dekompensieren?

Ist die männliche Lebenserwartung tatsächlich geringer, weil Männer weniger belastbar sind?

Besitzen Männer tatsächlich weniger Intuition als Frauen?

Ist das Y-Chromosom tatsächlich nur ein verkümmertes X-Chromosom?

Sind Frauen tatsächlich multitaskingbegabter als Männer?

Ist das weibliche Gehirn tatsächlich besser vernetzt als das männliche?

...?

Männerfeindliche Vorurteile

Diese, und viele weitere populäre Vorurteile begegnen uns Tag für Tag in den Medien. Auffallend ist, dass es immer wieder die männerfeindlichen Thesen sind, die in den Medien frenetisch gefeiert und in den Vordergrund gestellt werden. Interessanterweise handelt es sich hierbei in der Regel um absolut frei erfundene Vorurteile, die vollkommen ungeprüft unters Volk gebracht werden.

Hier zwei eindrucksvolle Beispiele:

Die Zeitschrift „Der Spiegel“ propagiert in ihrer Titelstory(!) (Ausgabe 38) etliche männerfeindliche Thesen. Allein der Titel „Eine Krankheit namens Mann“, hätte in unserer emanzipierten Kultur einen Sturm der Entrüstung losgelöst, hätte der Spiegel etwas ähnliches über Frauen veröffentlicht.

Zitate aus der Spiegel-Story: „Das Y-Chromosom ist ein Krüppel“ / „... dass das vermeintlich starke Geschlecht in Wirklichkeit ein Mangelwesen ist“ / „dass sie (die Männer) mit einem eingebauten Defekt zur Welt kommen“ / „Parasiten des Weibchens“ / „Männer dagegen erscheinen wie genetisch verkorkste Frauen“ / „Anstelle des zweiten X-Chromosoms besitzen sie nur ein einsames, verkürztes Y-Chromosom. Und dieser Mickerling hat die Fähigkeit verloren, sich zu regenerieren.“ – (Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Im Gegensatz zum X-Chromosom besitzt in Wirklichkeit nur das Y-Chromosom die Fähigkeit sich zu regenerieren!) / „Eine andere, weit erschreckendere Möglichkeit wäre, dass es am Ende ohne Männer doch nicht geht ...“ / „... dass der Mann ... gesehen wird ... als eher schwächliches Geschöpf ...“ / „Männer sind kostspielig und ineffektiv – aber einmal entstanden, wird man sie nicht wieder los“ / etc.

Wie weit die modeorientierten Medien bereit sind, den Mann auf Biegen und Brechen als das schwache Geschlecht darzustellen, zeigt uns die Zeitschrift Psychologie Heute:

In der Ausgabe März 2008 findet sich ein wirklich lesenswerter Artikel über kulturelle Unterschiede der Geschlechter. Der Artikel ist sehr sachlich gehalten und versucht in keiner Weise Männer oder Frauen als gut oder schlecht, stark oder schwach zu bewerten.

Psychologie Heute bewirbt diesen Artikel auf der Titelseite mit den Worten: „Männer – Neue Erkenntnisse über ein schwaches Geschlecht“. Dieser Titel passt nicht im Geringsten zum Inhalt des Artikels.


Als ich den Autor (Roy F. Baumeister, Professor für Psychologie und Chef der sozialpsychologischen Abteilung der Florida State University in Tallahassee) darauf aufmerksam machte, unter welchem Titel sein Beitrag veröffentlicht wurde, wirkte er in seiner Antwort-Mail erschüttert (er hatte die Veröffentlichung bis dahin noch nicht gesehen). Dieser Titel sei schlimm und falsch und es sei nie seine Absicht gewesen, eine solche Aussage zu treffen.

So viel zur Glaubwürdigkeit der Medien ...

Diese und viele weitere männerfeindliche Thesen und Vorurteile tauchen immer wieder in den Medien auf und werden, obwohl sie aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar sind, mit spöttischem Unterton, als neuste Erkenntnisse gefeiert.

Studie: männerfeindliche Medien

Eine Studie des österreichischen Sozialministeriums zeigt auf 350 Seiten, dass "Männer in den Medien" fast durchweg derart diskriminiert werden, dass man es als sexistisch empfinden würde, wenn Frauen so dargestellt würden.

Es wird außerdem gesagt, dass die meisten der Frauen es nicht gut finden, dass Männer in vielen Serien und in der Werbung als Volltrottel hingestellt werden. (1)

Frauenfeindliche Vorurteile

Selbstverständlich gibt es auch frauenfeindliche Vorurteile. Diese werden in den Medien zwar auch gelegentlich erwähnt, jedoch in der Regel direkt in Frage gestellt und nicht so beifallheischend in den Vordergrund gestellt. Die oben genannten Beispiele zeigen deutlich, dass männerfeindliche Vorurteile mit viel Engagement unters Volk gebracht werden. Dass dieses Vorgehen in Bezug auf frauenfeindliche Vorurteile nicht so enthusiastisch ist, ist auch gut und wünschenswert. Ebenso wünschenswert wäre es jedoch auch, wenn man aufhören würde, die Menschen mit unsachlichen und vollkommen frei erfundenen Vorurteilen gegen Männer zu bombardieren. Zugegeben: Es würde der Presse dann natürlich auch an etlichen Sensationsmeldungen mangeln!

Meinungsmachende Medien

Dass Medien die Meinung der Masse prägen ist kein Geheimnis. So spiegeln sich die falschen Vorurteile, die in den Medien propagiert werden auch in der Meinung des Volkes wieder. Beispielsweise hat eine Umfrage ergeben, dass Frauen spontan angeben, sie halten zwei Drittel der Männer, also die Mehrheit, für besonders wehleidig. Das entspricht genau dem Klischee, das in den Medien verbreitet wird. Im zweiten Teil der Umfrage sollten die Frauen ihre Aussage anhand ihrer tatsächlichen Erfahrung überprüfen. Plötzlich galten nicht mehr zwei Drittel, sondern nur noch ein Drittel der Männer als besonders wehleidig. Aus einer Mehrheit wehleidiger Männer war bei näherem Hinsehen eine Minderheit geworden.

Hierbei muss man berücksichtigen, dass eine voreingenommene Meinung auch die Wahrnehmung beeinflusst, denn wir sehen die Dinge tendenziell so, wie sie unseren erlernten Vorurteilen entsprechen. Bei unverfälschter, objektiver Wahrnehmung würde das eine Drittel angeblich wehleidiger Männer zu dem kleinen Prozentsatz zusammenschrumpfen, der tatsächlich den wenigen Männern entspricht, die sich besonders wehleidig verhalten.

Die Medien haben also die Macht, sowohl unsere Meinung, als auch unsere Wahrnehmung entscheidend zu beeinflussen! Letztendlich glauben wir dann, dass wir das, was wir an Vorurteilen lesen, auch tatsächlich so erleben bzw. wahrnehmen.

Warum herrschen in den Medien männerfeindliche Tendenzen?

Zwei Begriffe sind hier entscheidend:

1. Gleichberechtigung

2. Politische Korrektheit (auch: Political Correctness)

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung ist eine gute Sache. Sie betrifft nicht nur die Frauen, sondern auch Kinder, Behinderte, Immigranten, Tiere und so weiter. Gleichberechtigung will erreichen, dass auch die Schwächeren in unserem sozialen System die gleichen Grundrechte besitzen, wie die Stärkeren. Im Zuge der allgemeinen Gleichberechtigung hat sich natürlich auch die Gleichberechtigung der Frau durchsetzen können.

Politische Korrektheit

Politische Korrektheit ist eine Art moralische Instanz, die bewertet, ob eine bestimmte Sache den allgemeinen Wertvorstellungen entsprechend angemessen ist. Ein Beispiel aus Amerika: In Amerika gibt es keine Behinderten. Dort gibt es nur alternativ Begabte. Wer beispielsweise einen Rollstuhlfahrer als behindert bezeichnet, diskriminiert diesen, indem er ihm eine Schwäche unterstellt. Nach den Regeln der Politischen Korrektheit sind jedoch die Schwachen zu schützen und dürfen somit nicht als schwach bezeichnet werden.

Das gleiche Prinzip sehen wir auch im Dialog um die Geschlechter. Wenn jemand die Männer als das starke Geschlecht bezeichnet, dann behauptet er damit gleichzeitig, Frauen seien schwach. Im Zeitalter der Gleichberechtigung ist das politisch nicht korrekt. Ein Mann, der so etwas behauptet wird als Macho beschimpft. Belohnt wird jedoch, wenn man die Frau als das starke Geschlecht bezeichnet. Diese Behauptung ist nämlich politisch korrekt, weil sie den Schutz der Schwachen, nämlich der Frauen, fördert. Wer so etwas sagt, wird als fortschrittlich und weltoffen gelobt.

Politische Korrektheit in den Medien

Täglich erleben wir, wie die Politische Korrektheit unsere Politik, unsere Medien und auch unser gesellschaftliches Zusammenleben beeinflusst. Es ist tatsächlich so, dass der Journalist noch lange nicht seine Meinung frei in die Welt hinausposaunen darf. Jede Zeitung hat einen Ruf zu verlieren. Ein Journalist, der allzu oft gegen die Regeln der Politischen Korrektheit verstößt fliegt raus. Ein gutes Beispiel ist die ehemalige Nachrichtensprecherin Eva Herman, die leichtsinnigerweise behauptet hat, es habe in der Nazizeit auch positive Dinge gegeben.

So ist es heutzutage gefährlich, auch nur den Anschein zu erwecken, man verfolge frauenfeindliche Tendenzen. Hier ist äußerste Vorsicht geboten: Selbst die neutrale Wiedergabe vollkommen wertfreier Fakten kann als frauenfeindlich gewertet werden! Männerfeindlichkeit ist dagegen kein Problem, da sie nicht gegen die Regeln der Korrektheit verstößt.

Es ist also kein Wunder, dass es in unseren Medien durchaus männerfeindliche Tendenzen gibt.

In Kürze:

Durch die Gleichberechtigung unterliegt die Bewertung der Geschlechter den Regeln der Politischen Korrektheit.

Die Folge:

Es ist zwar verpönt, sich frauenkritisch zu äußern, dafür ist aber offene Männerfeindlichkeit zur Zeit sehr populär.

In den Medien tauchen regelmäßig vollkommen frei erfundene, männerfeindliche Vorurteile auf.

Diese Vorurteile beeinflussen nicht nur die Meinung, sondern auch die Wahrnehmung der Masse.

Wichtig!

Auch wenn in den Beiträgen auf dieser Seite mehrfach erwähnt wird, dass viele unsinnige Vorurteile gegen das männliche Geschlecht falsche und freie Erfindungen der Frauenbewegung sind, richtet sich diese Feststellung nicht gegen die Emanzipation der Frau. Es soll lediglich eine Ursache für bestimmte fehlgerichtete Meinungstrends benannt werde

Quellen:

(1) Männer werden in den Medien diskriminiert:

http://www.abendblatt.de/daten/2006/11/07/635179.html?s=1

Geschlechterstudien, Gender Studies

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